Rezension "Winter der Hoffnung" von Peter Prange
Es ist Altena im Winter 1946. Der Krieg ist vorbei, aber es fehlt an allen Ecken und Enden. Die Menschen frieren und hungern und sind zum Einen froh über das Ende des Krieges, zum Anderen fürchten sie aber auch eine ungewisse Zukunft. In dieser Zeit werden Tommy Weidner und seine Freunde, die Töchter der Familie Wolf und ein paar weitere Bewohner Altenas ein Stück auf ihrem Weg begleitet.
Das Buch ist die Vorgeschichte zu Peter Pranges Roman "Unsere wunderbaren Jahre" und ich habe es genossen die Figuren aus diesem Buch wiederzutreffen. Der Schreibstil ist, wie ich es von Peter Prange kenne und liebe, wunderbar flüssig und unterhaltsam. Die kurzen Kapitel, und dass die Geschichte immer wieder aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird, macht das Buch kurzweilig und sehr angenehm zu lesen. Durch die bildhafte Erzählweise von Peter Prange bekommt man ein gute Vorstellung davon, mit welchen Widrigkeiten die Menschen im Winter 1946 zu kämpfen hatten, so dass sich die Handlung sehr lebendig und realistisch anfühlt. Es wird deutlich wie beschwerlich das Leben nach dem Ende des Krieges war, und dass jetzt nicht plötzlich alles rosarot und prima war. Auch nachdem die Naziherrschaft beendet war, gab es noch viele Widrigkeiten und Ungerechtigkeiten.
Die Hauptfiguren werden in diesem Buch vielleicht etwas weniger tiefgründig dargestellt, und wenn man die Figuren erst in diesem Buch kennenlernt, sind ihre Handlungen eventuell nicht immer so nachvollziehbar. Da ich allerdings aus "Unsere wunderbaren Jahre" mit den Charakteren gut vertraut war, empfand ich das absolut nicht als störend. Bei der Handlung fehlt mir ein wenig Tiefe, was vermutlich daran liegt, dass dieses Buch als kurze Weihnachtsgeschichte gedacht war. Insofern bin ich froh, dass Peter Prange sich nicht so kurz fassen konnte, wie er geplant hatte, denn so waren mir mehr unterhaltsame Stunden mit den Figuren aus Altena vergönnt.
Das Buchcover passt toll zu der Geschichte. Es vermittelt direkt, dass es auch im Winter 1946 Hoffnung gibt, und dass den Leser eine Geschichte über das Leben mehrerer miteinander verbundener Personen erwartet. Dass das Buchcover vom Stil harmonisch zu den Covern der letzten erschienen Bücher von Peter Prange passt, hat mir auch sehr gut gefallen.
Das als Weihnachtsgeschichte zu einem Kurzroman gewordene Buch "Winter der Hoffnung" hat mir insgesamt sehr gut gefallen, besonders weil ich bereits die zeitlich darauf folgende Geschichte kenne und liebe. Es war toll die Charaktere wiederzutreffen und in diesem unterhaltsamen Roman mit in die Zeit des Winters 1946 genommen zu werden. Ich kann das Buch wirklich empfehlen und es bekommt von mir 5 von 5 Sternen.
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